Gedanken zur Jahreslosung 2012

JAHRESLOSUNG 2012

 

Jesus Christus spricht: "Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig"

(2.Korinther 12,9)

 

Gute Wünsche, Segenswünsche zum Neuen Jahr sehen anders aus:

Erfolg, Gesundheit, erfüllte Wünsche – das steht auf den Grüßen an der Schwelle zum Neuen Jahr.

 

Das Bibelwort für 2012 passt nicht recht dazu. Es war zunächst an den Apostel Paulus gerichtet. Der wusste: "Wenn ich schwach bin, bin ich stark" (2.Korinther 12,10). Die Kraft, das Leben zu meistern, die Kraft, das Gesicht der Welt zu verändern, liegt nicht in den Vorstandsetagen der Konzerne, nicht in den Regierungsgebäuden in Berlin, Brüssel oder Peking.

 

Paulus kennt die Schwachheit durch Krankheit – er hatte viel zu leiden. Er weiß auch wie Misserfolg schmeckt. Paulus erfährt von Jesus: Wenn du dein Leben mit deiner Kraft anfüllst, bleibt kein Platz für die Kraft Gottes. Wenn du aber deine Schwachheit eingestehst, kann Gottes Kraft in deinem Leben anfangen zu wirken.

Nein, es geht nicht darum zu jammern, dass wir eh so klein und schwach und unbedeutend sind (als Evangelische in Österreich / als Österreicher in Europa / als klimabewusste Europäer in Vergleich zu den Drohmächten USA oder China).

 

Jesus Christus spricht "Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig" – Wenn wir uns schwach und unbedeutend fühlen, können wir damit vor Gott treten, in der Zuversicht, dass er uns genau in dieser Lage das bietet, was wir brauchen. Es gibt vieles zu entdecken, was Gott uns anbietet.

Einiges davon ist immer wieder im Gottesdienst zu erfahren – zu Festzeiten, wie auch in den „schwachen Zeiten“ im Jahr.

Vieles davon wollen wir hervorheben und gemeinsam betrachten in der "Toleranz:Woche" vom 30.Juni bis 7.Juli 2012. Wir wollen Begegnung feiern – mit uns selbst, mit Gästen und dem lebendigen Gott.

Wenn wir Gäste beherbergen, räumen wir ihre Zimmer nicht mit unseren Sachen voll. Wenn Gott in unserer Welt, in unserem Leben wirksam sein soll, dürfen wir unser Leben nicht mit unserer Stärke ausfüllen wollen. Paulus erinnert daran, wenn er sagt, dass Gottes Kraft sich dort entfaltet, wo unsere Schwäche den Raum dafür bietet.

 

Ich erwarte für 2012 keine perfekte Welt. Ich erwarte kein perfektes Presbyterium. Ich erwarte auch keine perfekte "Toleranz:Woche".

Was bringt das kommende Jahr in Familie, Pfarrgemeinde, Öffentlichkeit? Wichtiger als Erfolg, Gesundheit, erfüllte Wünsche: Ich hoffe, dass Raum bleibt für Gottes Wirken.

In diesem Sinne: Gottes Segen für das neue Jahr 2012

 

Mag. Wolfgang Rehner

Pfarrer

 

 

 

 

 

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